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Forderungsmanagement
Flexiblere Liquiditätsplanung durch Forderungsverkauf
Flexiblere Liquiditätsplanung durch Forderungsverkauf
Factoring für den Mittelstand
Die Creditreform Herbstumfrage zur Wirtschaftslage und Finanzierung im Mittelstand ergab ein ambivalentes Bild.
Einerseits profitiert auch der Mittelstand vom konjunkturellen Aufschwung der Gesamtwirtschaft. Entsprechend positiv
sind die Entwicklungen in Bereichen wie der Beurteilung der Geschäftslage, der Umsatzentwicklung und der
Zukunftsperspektiven. Andererseits gelten mit weniger als zehn Prozent Eigenkapital weiterhin fast ein Drittel der
befragten Mittelständler als unterkapitalisiert. Nach wie vor zahlt ein knappes Drittel der Kunden des Mittelstandes
seine Rechnungen nicht pünktlich. Fast ein Viertel der befragten Unternehmen leiden unter Forderungsverlusten von mehr
als einem Prozent zum Umsatz. Hinzu kommt, dass der konjunkturelle Aufschwung des Mittelstandes auch mit
Vorzieheffekten im Hinblick auf die geplanten Steuererhöhungen erklärt wird. Unter dem Strich bleibt es für
Mittelständler wichtig, flexibel auf Änderungen des wirtschaftlichen Umfeldes reagieren zu können. Dazu zählt unbedingt
auch Flexibilität in Fragen der Liquiditätsplanung. Diese Notwendigkeit macht Factoring als alternatives
Finanzierungsmittel für Mittelständler immer interessanter, weil es die Liquidität erhöht und abseits von Bankkrediten
neue Gestaltungsmöglichkeiten eröffnet. Die bundesweit 14 Crefo Factoring Gesellschaften sind als Unternehmen der
Creditreform Gruppe auf Lösungen für mittelständische Unternehmen spezialisiert
Factoring ist der regelmäßige Kauf von Forderungen aus Warenlieferungen und Dienstleistungen gegen sofortige Zahlung
des Kaufpreises. Mittelständler, die Factoring nutzen, profitieren mehrfach:
- Innerhalb von zwei Tagen verfügt der Factornehmer über 80 bis 90 Prozent der Brutto-Rechnungssumme. Dadurch wird
die Liquiditätsplanung kalkulierbarer.
- Die umsatzkongruente Liquiditätsentwicklung erhöht die finanzielle Flexibilität und ermöglicht dem Unternehmen
einen Wettbewerbsvorsprung, weil es den eigenen Kunden längere Zahlungsziele einräumen kann.
- Auch Lieferantenverbindlichkeiten können schneller bedient und somit Skontierungsmöglichkeiten genutzt werden.
- Die Bonität der Debitoren wird laufend geprüft, damit böse Überraschungen erspart bleiben. Bereits vor der Annahme
eines Auftrages weiß ein Factorkunde daher, ob das zu beliefernde Unternehmen „gut” für das Geschäft ist
oder nicht.
- Verkaufte Forderungen sind zu 100 Prozent gesichert. Auch wenn der Kunde nicht zahlt, entsteht für den Factornehmer
kein Ausfall.
- Der Verwaltungsaufwand wird reduziert – die Kosten im Unternehmen sinken. Gleichzeitig werden Ressourcen für
das Kerngeschäft frei.
- Factoring steigert die Kreditwürdigkeit, da der Verkauf von Forderungen die Bilanz verkürzt und die
Eigenkapitalquote erhöht. Damit verbessert sich die Position beim Rating durch die Banken.
Wie funktioniert Factoring?
Beim Factoring verkauft ein Unternehmen offene Forderungen an eine Factoring-Gesellschaft. Diese übernimmt damit
– nachdem die Bonität der Debitoren überprüft und ein Ankauflimit pro Debitor festgelegt wurde – das
Ausfallrisiko in voller Höhe. 80 bis 90 Prozent der angekauften Rechnungssumme werden abzüglich Factoring-Gebühren
sofort nach Übergabe der Rechnungen an den Kunden überwiesen. Die restlichen 10 bis 20 Prozent fließen an den Kunden,
wenn der Debitor die Rechnungssumme an den Factor überwiesen hat. Zahlt der Schuldner nicht innerhalb von 150 Tagen,
erhält der Kunde sein noch ausstehendes Geld trotzdem. Die Factoring-Gesellschaft übernimmt darüber hinaus auch die
gesamte Debitorenbuchhaltung sowie die Aufgaben des Forderungsmanagements inklusive des Mahnwesens, des Inkassos und
der gerichtlichen Durchsetzung der Forderungen.
Factoring wird immer beliebter
Nach Angaben des Deutschen Factoring-Verbandes e.V., der mit seinen aktuell 22 Mitgliedern etwa 95 Prozent des
Marktes repräsentiert, stieg der Umsatz der Factoring-Branche in Deutschland von 2004 auf 2005 um mehr als 20 Prozent
auf 55,1 Milliarden Euro. Bei Crefo Factoring hat sich der Umsatz (Volumina Forderungsankauf) von 14 Millionen Euro im
Jahr 2000 auf 399 Millionen Euro im Geschäftsjahr 2005 erhöht. Produzierende Unternehmen, Zulieferer,
Handelsunternehmen und Dienstleister nahezu aller Branchen können Factoring zur Unternehmensfinanzierung einsetzen.
Ausschlussbranchen sind der Bausektor, der Spezialmaschinenbau, das Objektgeschäft und das Branchensegment
Individual-Software sowie das Endverbrauchergeschäft. Firmen, bei denen bereits eine finanzielle Schieflage besteht,
kommen als Factornehmer ebenfalls nicht in Frage. Deswegen wird im Vorfeld einer Vertragsbeziehung auch die Vitalität
des Unternehmens überprüft. Verläuft die Überprüfung positiv, steht mit Factoring eine effiziente und komplexe
Dienstleistung zur Verfügung. Da die Zusammenarbeit beim Factoring auf Partnerschaftlichkeit und Dauerhaftigkeit
angelegt ist, sollten Unternehmen die verschiedenen Factoring-Gesellschaften miteinander vergleichen und den für sie
richtigen Partner auswählen.
Zum Autor
Gerold Knutzen ist Geschäftsführer der Crefo Factoring Nord GmbH mit Sitz in
Hamburg.
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